Mo. Dez 11th, 2023
    Die hohen Kosten für den Rückbau von Atomkraftwerken in Großbritannien werfen Fragen zur Energiepolitik des Landes auf

    Die hohen Kosten im Zusammenhang mit dem Rückbau von Atomkraftwerken in Großbritannien sorgen für Bedenken hinsichtlich der Energiepolitik des Landes. Obwohl die britische Regierung weiterhin zur Nutzung der Atomtechnologie steht, werden die hohen Kosten für die neuen Reaktoren in Hinkley Point C und die steigenden Kosten für den Reinigungsprozess immer schwieriger zu rechtfertigen, insbesondere im Hinblick auf kostengünstigere und nachhaltigere Alternativen.

    Großbritannien, wie auch die USA und Frankreich, ist eine Atomwaffenmacht. Ihre erfolgreiche kommerzielle Kernenergieerzeugung basierte auf einem strategischen Plan, der den Bau und Betrieb von Atom-U-Booten und Flugzeugträgern umfasste und so die Voraussetzungen für den Erfolg der Branche schuf. Die Kosten für diesen Erfolg belasten jedoch nun die britischen Bürger.

    Das Atomprogramm des Vereinigten Königreichs wurde zwischen 1957 und 1995 umgesetzt, wobei insgesamt 23 Reaktoren gebaut wurden. Diese Reaktoren wurden mit einem begrenzten Satz von Spezifikationen entworfen, die sich hauptsächlich auf die Herstellung von Plutonium oder die Stromerzeugung konzentrierten. Obwohl dieser Ansatz Effizienz und Optimierung der Betriebsprozesse gewährleistete, beschränkte er auch die Vielfalt der verwendeten Designs und Technologien.

    Heutzutage steht das Hinkley Point C-Projekt, das den Bau von zwei neuen EPR-Reaktoren beinhaltet, vor erheblichen Verzögerungen und Mehrkosten. Die Reaktoren mit einer kombinierten Kapazität von 3,2 GW sollten ein Beispiel für das kontinuierliche Engagement des Vereinigten Königreichs für Atomenergie sein. Die Realität ist jedoch, dass die meisten bestehenden Reaktoren im Vereinigten Königreich bis 2028 außer Betrieb sein werden und nur noch ein Reaktor am Standort Sizewell bis 2035 verbleibt. Diese Reaktoren haben nicht die von der Branche behauptete Lebensdauer von 60 bis 80 Jahren erreicht.

    Die Kosten für den Rückbau dieser Reaktoren, einschließlich der beiden Reaktoren in Hinkley Point C, sind astronomisch. Die offizielle Schätzung der britischen Atomentsorgungsbehörde (NDA) bis Ende 2022 betrug 149 Milliarden Pfund. Experten für Energiepolitik, wie Professor Stephen Thomas von der University of Greenwich, schätzen jedoch, dass die tatsächlichen Kosten so hoch wie 260 Milliarden Pfund sein könnten. Dies entspricht Kosten von 6 bis 10,4 Milliarden Pfund pro Reaktor und übersteigt deutlich die früheren Branchendurchschnittswerte.

    Diese astronomischen Zahlen sollten die Verantwortlichen für die nationale Energiepolitik zum Nachdenken anregen. Die Kosten müssen in Zukunft beglichen werden und dürften aufgrund der Inflation höher ausfallen. In der Zwischenzeit haben alternative Formen der kohlenstoffarmen Stromerzeugung wie Wind- und Solarenergie ihre Kosteneffizienz und Effizienz unter Beweis gestellt. Insbesondere ist Offshore-Windenergie pro Gigawattstunde (GWh) wesentlich günstiger als Kernenergie. Die Investitionen Großbritanniens in Verbindungsleitungen zu europäischen Ländern und Projekte wie XLink verbessern auch seine Fähigkeiten in Bezug auf erneuerbare Energien.

    Während die Rückbaukosten für Wind- und Solarenergieanlagen variieren können, haben Studien gezeigt, dass sie erheblich niedriger sind als die Kosten für den Rückbau von Atomkraftwerken. Zum Beispiel stellte das US-Energieministerium fest, dass die Kosten für den Rückbau von Windparks deutlich unter 200.000 US-Dollar pro Turbine lagen.

    Zusammenfassend sollten die steigenden Kosten für den Rückbau von Atomkraftwerken in Großbritannien die Verantwortlichen für die Energiepolitik dazu veranlassen, die Strategie des Landes neu zu bewerten. Die Investition in kostengünstigere und nachhaltigere Alternativen wie Offshore-Wind- und Solarenergie bietet die Möglichkeit, den Übergang zu einem umweltfreundlicheren und rentableren Energiesystem zu vollziehen und die Belastung für zukünftige Generationen zu verringern.

    Häufig gestellte Fragen

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